Interview: Finanzpädagogin Dr. Sara Möller über Geld ab 6
Warum die Dose im Kinderzimmer heute wichtiger ist als früher — und was Apps daran ändern.
Warum die Dose im Kinderzimmer heute wichtiger ist als früher — und was Apps daran ändern.
Dr. Sara Möller erforscht seit 15 Jahren, wie Kinder Geld wahrnehmen. Wir haben mit ihr darüber gesprochen, warum das erste Sparschwein heute wichtiger ist als früher — und welche Rolle Apps dabei spielen.
Früher, als man denkt. Bereits Vierjährige können „ein Eis kostet mehr als ein Bonbon“ verstehen — das ist der Einstieg in ökonomisches Denken. Entscheidend ist nicht die Summe, sondern die Regelmäßigkeit und die Autonomie, eigene kleine Entscheidungen zu treffen.
Zwei Dinge. Erstens: Geld ist unsichtbar geworden — Kartenzahlung, Apps, Abos. Kinder sehen nicht mehr, wie ein Zwanziger kleiner wird. Zweitens: Der Konsumdruck durch Social Media ist real. Wer mit 11 nicht die aktuelle Markenhose hat, wird spürbar ausgegrenzt. Beides zusammen macht Finanzerziehung nicht leichter.
„Das Sparschwein ist nicht aus der Mode — es ist das einzige haptische Werkzeug, das sie als Kind noch haben. Erst Scheinchen stapeln, dann aufs Konto buchen.“
— Dr. Sara Möller
Grundsätzlich gut — als Ergänzung, nicht als Ersatz. Eine App kann Taschengeld in Kategorien aufteilen, Sparziele visualisieren, Überweisungen begleiten. Das sind echte Lern-Assets. Aber eben nur, wenn Eltern die App mit dem Kind gemeinsam nutzen. Alleine am Handy lernt ein 10-Jähriger nicht, wie Geld funktioniert.
Redet über Geld wie über das Wetter: regelmäßig, unaufgeregt, ohne Moral. Dann wird es normal — und genau das soll es werden.
Drei Empfehlungen — ohne Verkaufsdruck. Wählen Sie, was zu Ihrer Familie passt.