Zinseszins kinderleicht erklärt — das Schokoladen-Beispiel
Warum früh anfangen mehr bringt als viel einzahlen.
Warum früh anfangen mehr bringt als viel einzahlen.
Zinseszins ist das stärkste mathematische Konzept der Finanzwelt — und gleichzeitig das, was Kinder am leichtesten begreifen, wenn man es richtig erklärt. Das klassische Beispiel: Schokolade.
Stell dir vor, du bekommst jeden Monat eine Tafel Schokolade. Du isst sie nicht — du stapelst sie auf deinem Regal. Nach einem Jahr hast du 12 Tafeln.
Jetzt machen wir es anders: Nach jedem Monat schenkt dir die Bank für jede bereits vorhandene Tafel ein kleines Extra-Stück. Im ersten Monat: 1 Tafel, noch keine Bonus-Stücke. Im zweiten Monat: 2 Tafeln, plus 1 Extra-Stück. Im dritten Monat: 3 Tafeln + 3 Extra-Stücke (weil es inzwischen 3 Tafeln gibt, von denen jede was abwirft). Nach einem Jahr: 12 Tafeln + viele, viele Extra-Stücke. Das ist Zinseszins.
Konkret: 50 € pro Monat in ein Sparkonto, 18 Jahre lang, zu 4 % p.a. — ergeben am 18. Geburtstag rund 15.700 €. Davon sind 10.800 € Einzahlung, 4.900 € Zinsen. Fast ein Drittel wurde vom Zinseszins gemacht, nicht vom Sparen.
„Zeit ist der wichtigste Faktor beim Zinseszins — wichtiger als der Zins selbst, wichtiger als die Einzahlung.“
— Tobias Rau, Daten-Redaktion
Anna startet mit 0 Jahren und spart 25 € im Monat. Bei 4 % p.a. hat sie mit 18 rund 7.800 €. Bernd startet mit 10 und spart 50 € im Monat (also doppelt so viel). Bei 4 % p.a. hat er mit 18 rund 5.700 €. Anna hat weniger eingezahlt (5.400 € vs. 4.800 €), aber deutlich mehr Ergebnis — weil ihr Geld länger für sie gearbeitet hat.
Wenn ihr für euer Kind sparen wollt: nicht auf „den perfekten Moment“ warten. 10 € pro Monat ab dem ersten Lebensjahr ist besser als 100 € pro Monat ab dem zehnten. Der Zinseszins entlohnt Geduld — nicht Einzahlungshöhe.
Drei Empfehlungen — ohne Verkaufsdruck. Wählen Sie, was zu Ihrer Familie passt.